Mittwoch, 27. August 2008

Nikko Teil 2

Halli hallo und hier bin ich schon wieder!

Mein letzter Eintrag kam mir etwas halbherzig vor, daher hier noch ein bisschen was zu Nikko:

Zunaechst zwei Fotos vo meinem Abendspaziergang (hui, sieht irgendwie gruselig aus auf den Bildern, oder?)




Dieses kleie Staedtchen ist v.a. fuer Japaner ein beliebtes Reiseziel und von Tokyo aus als Tagestour zu schaffen. Nikko ist bzw war eng mit dem Tokugawa-Shogunat verbunden; Tokugawa Ieyasu, der erste Shogun seines Clans Anfang des 17. Jahrhunderts , liegt in Nikko begraben.
Dies is der Weg zu seinem Grabmal...


...und hier liegt er begraben:



Und das gab es noch zu sehen:
Eine lustige Telefonzelle:



Ihr erinnert euch an die drei Affen in der Bilderfolge vo meinem letzten Eintrag? In Nikko gibt es nicht nur aus Holz geschnitzte, sondern auch echte, frei lebende Affen, die sich hier gerade auf einem Parkplatz einen kleinen Snack goennen... Dass es hier gerade drei sind, finde ich sehr treffend:


Und hier noch ein "torii" aus der Gegend, wo auch der Wasserfall liegt.


So, ich wende mich mal von Nikko ab und gehe weiter auf meiner Reise, denn schliesslich bin ich schon zwei Stationen weiter! In ein paar Tagen habe ich wieder Internet und dann werde ich noch mal loslegen!

Ich wuensche euch allen noch eine wunderschoene Woche!

Eure Johanna

Montag, 25. August 2008

Schnell schnell...

Hallo allerseits!

Zeit ist Geld, besonders wenn man in einem teuren Internetcafe sitzt, und deshalb gibt es heute mal nicht so viel Gelaber und dafuer mehr Fotos, und zwar von meiner letzten Station Nikko. Momentan bin ich in Sendai und morgen will ich weiterfahren Richtung Hokkaido!

Abschied vom Hotel in Tokyo...






Auf der Zugfahrt nach Nikko: Viele Reisfelder gab es zu sehen und die Landschaft wurde immer huegeliger (und das Wetter immer schlechter).

In Nikko angekommen, bin ich dort am Abend noch etwas herumgelaufen und fand u.a. einen kleinen versteckten Schrein...

...und einige beruehmte grosse Schreine und Tempel:
(ueber einer Tuer: die in ganz Japan beruehmte "Schlafende Katze" (nemurineko)...)

Ein Menschenleben dargestellt in einer Bilderfolge - das Zweite duerfte dem Einen oder Anderen bekannt sein!







Zwischendurch mal ein Selbstportrait, muss ja auch sein...






Wasserfaelle gibt es in Nikko auch...

Es hat ein bisschen geregnet, so ab und zu... (Hier, in Sendai, regnet es die letzten Tage non-stop!) Ich fand das Haus einfach interessant geformt... :D

Jo und das war`s auch schon wieder fuer heute. Ich war mit den Bildern sehr selektiv, aber irgendwann wird`s ja auch langweilig, denk ich mal. Mann ich brauch echt mal wieder ein Ho(s)tel mit W-LAN. So ist das gerade nicht so optimal.

Passend zum Titel dieses Posts habe ich heute festgestellt, dass ich doch gar nicht mehr sooo viel Zeit bis Semesterbeginn habe und vielleicht schon etwas weiter als bis morgen planen sollte.

Also bis hoffentlich bald und entschuldigung an alle, bei denen ich mich noch nicht per mail gemeldet habe!! Ich arbeite dran.

Eure Johanna

Freitag, 22. August 2008

Sayonara Tokyo!

Hallo zusammen!

Ich haette vielleicht schlauerweise meinen Eintrag ueber die letzte Woche doch noch in Tokyo machen sollen... Ich bin naemlich bereits zwei Stationen weiter und das mit dem Internet ist gar nicht so einfach. Aber dazu spaeter. Was habe ich letzte Woche gemacht?


Montag: Kabuki in Ginza, Tokyo

Am Montag kam ich noch einmal in den Genuss eine Form japanischen Theaters kennen zu lernen – dieses Mal eine etwas modernere, aus dem 17. Jahrhundert. Das Kabuki ist, wie sich herausstellt, ziemlich wandelbar! Wir waren im großen und gut gefüllten Kabuki-Theater in Ginza und sahen zwei Stücke hintereinander: das erste war das neuere Stück mit aufwendiger und bunter Kulisse. Es handelte von einem kleinen Jungen, der nach Kyôto reist um seine Mutter zu suchen, die er nicht kennt. Auf dem Weg dorthin hängt er sich an einen erst etwas mürrisch wirkenden Herrn, der dann aber im Laufe der Reise zu einer Vaterfigur für den Jungen wird. Die Handlung war nicht sonderlich packend, aber ich fand die Frauendarsteller sehr interessant, denn da das Kabuki keine Schauspielerinnen zulässt, werden auch weibliche Rollen von erwachsenen (nicht wie bei Shakespeare jugendlichen) Männern gespielt. Einige dieser Figuren sahen zwar sehr authentisch aus, die Stimmen klangen aber eher wie nachgeäfft. Andere (ernstere) Frauenfiguren jedoch hatten auch ziemlich gut trainierte weiblich klingende Stimmen. Die Kostüme waren sehr hübsch und die Bühne ein Fest für’s Auge!

Das zweite Stück war im Nô-Stil gehalten: Chor und Orchester saßen mit auf der Bühne, die Musik unterstrich die lyrische, rhythmische Sprache (die so alt zu sein scheint, dass nicht mal Japaner verstehen, was gesagt wird) und die Handlung war auch ganz anders als im ersten Stück: Eine Gruppe Samurai wandert als Mönche (yamabushi) verkleidet in die Berge um einen Dämon zu töten, dessen Hobby es ist Frauen aus allen Gesellschaftsschichten zu entführen. Der Dämon erscheint zunächst in Gestalt eines Kindes, welches jedoch eine auffällige Vorliebe für Sake hat… Nachher zeigt er aber durch eine Furcht einflößende Maske sein wahres Gesicht. Mit Hilfe von magischem Sake schaffen es die Samurai ihm die uebernatuerlichen Kräfte nach und nach zu entziehen und ihn zu töten. Am Ende scheint er jedoch gar nicht tot zu sein…

Dieses Stück war genial! Ich gebe es nicht gern zu, aber beim vorher erwähnten ersten Stück war es mir stellenweise schwer gefallen die Augen offen zu halten, weil ich soo müde war… Aber bei diesem kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Es sind diese Nô-typischen Tanzbewegungen (v.a. der Tanz des Dämons war absolut fantastisch!) und die mächtigen Kostüme der Moenche/Samurai zusammen mit der etwas unheimlichen musikalischen Begleitung, die mich schon beim „echten“ Nô-Stück vor zwei Wochen und nun wieder in den Bann gezogen haben. Nochmaaaal! :)


Dienstag: zzzzzz

Am Dienstag war nicht wirklich was los. Unglaublich, was? Nun, ich habe nachmittags nach dem Unterricht zumindest VERSUCHT einen Dokumentarfilm an der Uni zu verfolgen, war aber so müde, dass ich nach einer halben Stunde aufgegeben habe – die Veranstaltung war sowieso absolut freiwillig und es hätte bestimmt nicht gut ausgesehen, wenn ich im Hörsaal schlafe!


Mittwoch: Purikura, die Zweite

Mein guter Freund Christian und ich wollten noch was Lustiges unternehmen in Tôkyô, also haben wir Purikura gemacht (zur Erinnerung: das waren die Minispaßfotos). Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen! Ansonsten habe ich, soweit ich mich erinnere, ein bisschen gelernt, denn am Samstag sollten ja schon die Abschlussklausuren stattfinden.


Donnerstag: Yasukuni-Jinja; Karaoke

Früh um 8 Uhr traf sich mein Religionskurs für einen Ausflug am U-Bahnhof Kudanshita für einen Ausflug zum Yasukuni-Schrein. Es war mal wieder verdammt heiß (selbst so früh am Morgen) und ich kam danach etwas zu spät zu meinem zweiten Kurs, aber es hat sich definitiv gelohnt. Der Yasukuni-Schrein ist ein Symbol für den Nationalstolz Japans; dort werden in Kriegen gefallene Soldaten verehrt, weshalb er von Zeit zu Zeit Gegenstand von heftigen Debatten und Demonstrationen ist – v.a. wenn Politiker sich dort sehen lassen. Sein Stellenwert wird sowohl innerhalb Japans als auch international in Frage gestellt.

Beim Schrein gibt es auch ein großes Museum zur Militärgeschichte Japans, das wir besuchten.
Nachmittags war ich mit Christian in Akasaka in einem Karaoke-kan und da haben wir erstmal ein bisschen abgerockt :D Hat echt Spaß gemacht, war das erste japanische Karaoke für mich.
Danach sind wir noch auf eine Tokyoter Insel hinüber gefahren und er hat mir seinen Lieblingspark gezeigt. Es gibt dort sogar einen Strand, so richtig mit Sand und so!


Freitag:

Mal wieder ein recht ereignisloser Nachmittag – oder vielleicht habe ich auch nur vergessen, dass ich was unternommen habe. Ich bin ziemlich vergesslich in letzter Zeit. Ach was, eigentlich immer. Achso, doch: Ich habe ein bisschen was für die Abschlussklausuren getan, aber auch nicht übermäßig viel. Beim Lernen kann ich sehr ökonomisch sein.


Samstag: final exam, farewell lunch; Garnet Crow Konzert

Die zwei Klausuren wären wie erwartet nicht wirklich irgendwelche Mühe wert gewesen. Es gab danach noch einen „farewell lunch“ mit reichlich leckeren Sachen und darauf bin ich mit Christian spontan zu einem Konzert der japanischen Band „Garnet Crow“ gefahren, denn er hatte ein Ticket übrig! Das heißt, das Ticket mussten wir in Chiba nahe Tokyo bei seinem Freund abholen fahren, der aus familiären Gründen nicht mit konnte, und daher war dieser Nachmittag vorwiegend mit Zug Fahren ausgefüllt. Das Konzert hat mir gut gefallen; wir hatten sehr gute Sitzplätze, die Stimmung war toll und die Interaktion der Band mit den Zuschauern empfand ich sehr positiv. Das war ne tolle Chance für mich, mal ein japanisches Konzert zu erleben – wer weiß, ob sich das noch mal ergibt!


Sonntag oder Montag – bin nicht sicher…: Susanoo-Schrein; Akihabara

Ich bin so vergesslich, dass ich schon nicht mehr weiss, ob das am Sonntag oder Montag war... naja. Jedenfalls hatte ich an einem der vorigen Tage auf einer Karte gesehen, dass es einen Susanoo-Schrein in der Gegend meines Hotels gibt, und so bin ich dort am Sonntag hingewandert. Susanoo ist eine Shintô-Gottheit, die bereits im Kojiki (dem ältesten Schriftstück aus Japan, über das ich schon eine Hausarbeit geschrieben habe) eine wichtige Rolle spielt. Das Schreingelände war nicht groß, aber sehr schön grün und der Schrein selbst kann sich auch sehen lassen, oder nicht?


Von dort aus bin ich nach Akihabara gelaufen, denn ich brauchte endlich mal ein elektronisches Wörterbuch und wusste mittlerweile auch, welches Modell ich wollte und wo das am günstigsten zu kriegen ist. Auf dem Weg dorthin kam ich u.a. an einem buddhistischen Tempel vorbei und näherte mich mal aus Neugier.


Es gab dort einen kleinen Friedhof...


...und unmittelbar am Eingang zum Gebäude „begrüßen“ einen diese zwei Herren:


Habe mich richtig erschreckt, als ich das sah. Mittlerweile habe ich einige dieser Figuren gesehen, denn für buddhistische Tempel sind sie wohl nicht ungewöhnlich.
Nun habe ich also, nachdem ich in Akihabara einen etwas aufdringlichen Japaner (ach, so was gibt’s?!) abschütteln musste, ein elektronisches Wörterbuch erstanden – ein ziemlich gutes, obwohl es günstigere gab, aber es ist ja eine langfristige Investition.


Ich mache mal mit dieser Woche weiter - wer weiss, wann ich das naechste Mal ans Internet komme...


Dienstag: Tsukiji Fischmarkt; Imperial Park

An meinem vorerst letzten Tag in Tôkyô war ich mit Tatsuya auf dem berühmten Fischmarkt in Tsukiji. Da die Action dort zwischen 5 und 8 Uhr morgens stattfindet, hieß es früh aufstehen und später weiterpennen. Es war wirklich ein reges Treiben in den Markthallen und es gab viel zu entdecken: riesige Fische und allerlei andere Meerestiere (teilweise noch lebendig), Fische, die auf- und in Stücke geschnitten werden, umherrasende kleine motorisierte fischbeladene Wagen, eilige Männer mit Gummistiefeln. Es stank ganz schön, aber gar nicht mal so sehr nach Fisch, sondern eher nach Abgasen…





Frühstück gab es dann in der näheren Umgebung des Marktes in einem kleinen Fischlokal. Ein Foto von meinem Frühstück wäre wohl besser gewesen… da habe ich aber nicht dran gedacht. Es gab im Grunde rohen Fisch auf Reis, und es schmeckte besser als es sich anhört!
An den Fotos sieht man, dass wir WIRKLICH muede waren - ich hab mich echt bemueht wach auszusehen, aber meine Augenringe verraten mich... ;D


Ab hier habe ich leider keine Fotos mehr zur Hand - aber die folgen noch, versprochen!

Nachmittags sind wir dann zum kaiserlichen Park gefahren, aber in den eigentlichen Palastpark durfte man nicht rein und so haben wir mit dem benachbarten Park zufrieden gegeben, wo anscheinend gerade ein Konzert im Gange war. Abends gab es lecker Essen in einem kleinen Lokal in der Nähe des Hotels und danach war ich zum ersten Mal im hoteleigenen japanischen Bad (o-furo), welches mich extrem müde gemacht hat!


Mittwoch: Fahrt nach Nikko

Ich verließ also Tôkyô nach über drei Wochen das erste Mal, und zwar um Punkt 13 Uhr mit einem Tôbu-Zug Richtung Nikkô. Es gab viele Reisfelder und nach und nach auch mehr Berge zu sehen; nach ca. 2 Stunden war ich schon an meinem Ziel angekommen. 2-Tage-Busticket gekauft und erstmal ab zum Hostel, das ich einen Tag vorher gebucht hatte. Im Bus dorthin erklärte mir eine freundliche Dame den Weg und zeichnete sogar auf die Schnelle eine kleine Karte für mich. Ohne ihre Hilfe wäre ich bestimmt erstmal volle Kanne zu weit gefahren… Aber so wurde ich durch ein paar verwinkelte Gassen geschickt und fand das lauschige Hostel direkt. Eine Rezeption gibt es hier nicht wirklich – es ist ein eher familiäres Hostel mit einer freundlichen Gastgeberin. So familiär, dass die Mehrbettzimmer immer sperrangelweit offen sind und es keine Schlüssel für die Gäste gibt. Naja, nagut.

Die Hauptattraktionen waren zwar schon geschlossen, aber ich bin trotzdem noch etwas herumgelaufen in der Gegend, von der es in meinem Reiseführer hieß, man solle sie am besten vormittags an einem Werktag besuchen um den Touristenmassen zuvor zu kommen.
Als ich zurück im Hostel war, nahm ich ein entspannendes Bad und hatte danach eine etwas seltsame Begegnung mit meiner Gastgeberin. Ich wollte nämlich wissen, ob ich meinen eigenen Reis hier kochen könne (denn so schön es ist fertig zubereitetes Essen zu verspeisen… selber kochen ist nun mal einfach günstiger!), aber meine Frage schien sie dermaßen zu verwirren, dass umständliche Erklärungen meinerseits und peinliche Pausen folgten. Eine Amerikanerin, die auch Gast im Hostel war, spielte Dolmetscherin; dass das überhaupt nötig war, verstärkte mein Unbehagen noch mehr. (Später erfuhr ich, dass besagte Amerikanerin bereits seit zwei Jahren in Sapporo lebt…) Es lief darauf hinaus, dass die Gastgeberin mich „zwang“, mir von ihr ein kleines Abendessen vorsetzen zu lassen. Und ich dachte nur: HOFFENTLICH ist meine Gastmutter in Ôsaka nicht so verdammt fürsorglich. Ich fühlte mich regelrecht bedroht… ich kann es nicht leiden, beobachtet und umsorgt zu werden. Ich mag das Gefühl alleine klar zu kommen und niemandem Rechenschaft schuldig zu sein. Naja – wir werden sehen.

So, wie gesagt habe ich meine Bilder gerade nicht hier und ohne die ist es etwas sinnlos von Nikko zu erzaehlen, deshalb ist hier erstmal Schluss. Heute (Freitag) bin ich mit langsamen Zuegen nach Sendai gefahren; das liegt so im mittleren Norden von Honshu an der Kueste. Morgen muss ich aber leider das Hostel wechseln, weil dieses hier ausgebucht sein wird.

Sobald ich kann, schreibe ich wieder! Ich kann jedoch noch nicht sagen, wann...

Viele liebe Gruesse von eurer Johanna