Liebe Freunde,
lange Zeit ist vergangen seit meiner Rückkehr nach Deutschland und Trier. Aber ich konnte die vorlesungsfreie Zeit genießen ohne Hausarbeitenstress u.ä. und so freue ich mich jetzt fast wieder auf das neue Wintersemester, das ich mit demselben Eifer angehen will, der mir jedes halbe Jahr wieder sagt: Dieses Semester wirst du richtig fleißig sein und immer alles schön vor- und nacharbeiten! Mal sehen, ob es dieses Mal klappt...
Die letzten Wochen verbrachte ich mit verschiedenen Dingen: Die größte Neuerung in meinem Alltag und auch meine gefühlte Hauptbeschäftigung ist seit über zwei Monaten der Besuch eines Fitnessstudios hier in Trier. Jeden zweiten Tag stemme ich dort Gewichte und strample mich auf dem Crosstrainer ab. Ich habe auch bisher nicht wirklich Probleme dabei zu bleiben, immerhin war ich in Japan ähnlich aktiv, nur dass ich da noch nicht wusste, wie man das Training mit den Gewichten wirklich richtig macht. Das klingt jetzt, als wäre ich die durchtrainierte Sportskanone schlechthin geworden. Ganz so schnell geht das aber leider nicht. Ich schaffe es immerhin, mein Gewicht zu halten und dabei relativ normal, also ohne Diät und Hungern, zu essen - viel Gemüse, Vollkornprodukte, Tofu, Kerne... und keine Süßigkeiten (außer jemand gibt mir welche *g*).
Dann wären da die allwöchentlichen Gospelchorproben, bei denen ich wieder dabei bin. Einen Chorsamstag gab es schon und diesen Samstag erfolgt mein erster Auftritt im Chor dieses Jahr, nämlich auf einer Hochzeit. Ich muss ein paar Stücke neu oder auch umlernen, da die Altstimme etwas neu geteilt wurde. Es macht aber nach wie vor viel Spaß!
Dann gibt es noch die English Drama Group, in der wir dieses Wintersemester ein altes Projekt wiederaufnehmen, deshalb habe ich in dem Bereich nicht viel zu tun, denn den Text kann ich noch einigermaßen. Allerdings ist mir ungefähr die Hälfte der Gruppe noch neu und es spielen ab sofort auch zwei Dozenten aus der Anglistik mit, was die Sache recht interessant macht und dem alten Projekt einen etwas neuen Anstrich verleiht. Man kann gespannt sein.
Falls sich jemand fragt, wie ich den Übergang von der japanischen in die deutsche Kultur vertragen habe: Es ist zwar schon wieder etwas her, aber ich erinnere mich, dass mir bei der Ankunft in Deutschland bis auf die Sprache, die mir seltsam fremd und gleichzeitig vertraut vorkam, die Gesichter stark aufgefallen sind: "Der guckt aber ärgerlich", dachte ich mir bei dem einen oder anderen Anblick, "das ist ja zum Weglaufen!". Und tatsächlich hat mir eine Chorfreundin bestätigt, dass ich bei den ersten Proben viel mehr gelächelt hätte, inzwischen aber wieder meinen "normalen", deutschen Gesichtsausdruck drauf hätte. Nun gut. Außerdem fiel mir in der ersten Zeit auf, dass man hier nicht soviel Aufmerksamkeit bekommt wie in Japan, z.B. beim Einkaufen im Supermarkt an der Kasse. Aber das war wirklich nichts was ich als "Schock" bezeichnen würde, sondern lediglich Auffälligkeiten. Ich war ja froh wieder hier zu sein. Mittlerweile packt mich schon wieder ein bisschen das Fernweh nach Osaka, den Leuten dort und nach Japan allgemein. Aber ich habe schon meinen nächsten Besuch geplant: Mitte März werde ich dank niedriger Flugticketpreise für drei Wochen nach Japan fliegen und Freunde in Tokio und Osaka besuchen. Ich freue mich schon tierisch! :)
Um meinen angefangenen Bericht über Aktivitäten in den letzten Wochen zu vervollständigen, sei noch gesagt, dass ich VERSUCHE (hier bitte die Betonung setzen :D) mich in Literatur einzulesen, die nächstes Semester behandelt werden wird. Bisher habe ich Alice's Adventures In Wonderland und The Wizard Of Oz geschafft für einen Kurs über nordamerikanische Populärliteratur - keine besonders schwere Lektüre, daher selbst für jemanden wie mich schnell gelesen - und momentan bin ich an Yukio Mishimas modernen Nô-Stücken dran. Ich könnte bis zum Beginn der Vorlesungszeit noch so Einiges lesen und hoffe, dass ich meine freie Zeit bis dahin noch gut nutzen kann. Immerhin habe ich momentan kein Internet zu Hause, was die sinnfreien Ablenkungsmöglichkeiten schon einmal beträchtlich einschränkt.
In diesem Sinne: Gehabt euch wohl, lasst es euch gut gehen und v.a. bleibt gesund! Ich habe das Gefühl, es geht eine Erkältungswelle um... Aber bei diesem Regenwetter ist das wohl auch kein Wunder.
Seid herzlich gegrüßt
Eure Johanna
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